Sony Japan stellt ab November keine CDs mit Kopierschutz mehr her, die restlichen Länder dürften folgen. Wieder ein paar Millionen sinnlos ausgegeben.
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Gestern im Bundestag
Am 29.9.2004, also gestern, fand im Bundestag die Anhörung zum Thema „Deutsche Quote im Radio“ statt, eine Initiative, die laut eigener Aussage von „600 namhaften deutschen Künstlern“ mitgetragen wird (wo sie die wohl aufgetrieben haben? Mir fallen nicht mal 50 ein).
Exklusiv war Spreeblick für Euch vor Ort und liefert ein Transkript der Anhörung.
Quoten Antje
Mich macht das irre, warum dürfen sich dauernd Menschen zu Themen äußern und vor allem darüber entscheiden, die davon keinen Schimmer haben?
In einem Spiegel Online Interview beteiligt sich nun also auch Antje Vollmer an den komplett bescheuerten Rufen nach einer Deutschquote im Radio.
Er rennert wieder
Zusammen mit der Firma M2M sendet seit heute vormittag und während der PopKomm MotorFM unter der Leitung von Tim Renner auf der Berliner UKW Frequenz 104,1 in der Hoffnung auf eine eigene echte Frequenz ab dem 8.10.04.
Kooperationen gibt es einige, u.a. mit - na klar - Motor Music und FairTunes (noch nicht online), einer Downloadplattform, die ohne DRM an den Start gehen will. Mal abwarten, was uns da erwartet.
Frisches im Radio ist natürlich grundsätzlich prima. Und ein Tim Renner muss nach den vielen, speziell zu Beginn auch spannenden Jahren in der Industrie auch die Chance haben, das Gelernte in neuen Projekten umzusetzen. Aber aus verschiedenen Gründen traue ich Herrn Renner nicht mehr. Und aus auch bestimmten Gründen gefällt mir das ganze „Musik aus Deutschland“ Gequatsche nicht.
MotorFM spielt nur deutsche Produktionen und Musik von Künstlern, die in Deutschland wohnen. Viele halten das für einen Schritt nach vorn.
Ich halte es für zwei Schritte zurück.
Dancing Propaganda
Von Zeit zu Zeit schreibe ich hier Dinge rein, die mich selbst zu etwas zwingen sollen, eine Art öffentlich kontrollierte To-Do-Liste sozusagen. Und daher kündige ich hiermit für die nahe Zukunft eine neue Spreeblick-Kategorie namens „This Is Not A Movie“ an.
Spam Attack
Wenn ich jemals in meinem Leben eine Person treffen solte, die mir grinsend erzählt, dass sie mit dem Versand von Spam Geld verdient, werde ich diese Person auf der Stelle ganz böse verprügeln und ihr alle zehn Finger brechen.
Die alte (MovableType) Version von Spreeblick wurde bis gerade eben so derart heftig von Spam überflutet, dass ich gespannt bin, was mein Provider dazu sagt. Hoffe, jetzt alle Maßnahmen getroffen zu haben. Mal sehen, wie das hier bei der WordPress Version anläuft, ich finde es nervig, wenn man sich für einen schnellen Kommentar registrieren muss, aber scheinbar geht’s nicht anders.
Als ob man nichts zu tun hat…
Knallrot
Ich beim Bloggen in Spanien.
Note: Knallroter Schädel trotz Strohhut vorne rechts, Profiverkabelung hinter mir mit Feuerlöscher, falls das Internet brennt. Kippen vorne links, denn in Spanien ist Rauchen Pflicht, Nichtraucher werden des Landes verwiesen.
Nick Cave
Das neue Doppelalbum von Nick Cave and the Bad Seeds ist ein ziemlicher Hammer und somit sehr empfehlenswert. Bitte kaufen. Bitte nicht bei Karstadt.
Blogger mit Denksperre
Ich habe lange überlegt, ob ich das hier überhaupt verlinken soll. Unglaublich.
I live by the river!
Gerade zurück aus Spanien (für den kompletten Rückblick werde ich einige Tage brauchen) bleibt das Leben spannend und aufregend.
Die Hitzepickel des Fünfjährigen entpuppten sich heute morgen als Windpocken, und er findet, man sollte ihn jetzt nur noch „Streusselkuchen“ nennen. Der Zweijährige kann es kaum erwarten, bis er auch endlich Punkte hat. Und die Eltern freuen sich auch ganz doll…
Aus der BILD (nicht selbst gekauft, ich schwöre!) habe ich erfahren, dass Russ Meyer gestorben ist, per SMS von einem guten Freund wurde ich vor einigen Tagen vom Tode Johnny Ramones unterrichtet.
Und gerade musste ich natürlich schleunigst in den Plattenladen meines Vertrauens, denn die „25th Anniversary Edition“ von The Clash’s London Calling ist erhältlich. Der Verkäufer schüttelt den Kopf. „Kostet mit zwei CDs und der DVD 25 Euro, ist uns zu teuer, wir haben die einfache Ausgabe, musste zu Karstadt, wenn Du die teure willst.“
Hallo? Jemand zu Hause? Selbst wenn das Ding 50 Euro kosten würde, ist es ein absolutes Muss. Die beste Platte, die jemals aufgenommen wurde, plus Demoaufnahmen und unveröffentlichten Stücken sowie einer DVD mit atemberaubenden Filmmaufnahmen, in denen Produzent Guy Stevens die Band anheizt und Stühle durch’s Studio wirft.
Was kann daran „zu teuer“ sein??
Hat übrigens nur 21,90 gekostet, aber ich schäme mich trotzdem dafür, dass ich bei Karstadt Musik gekauft habe.
Verboten
Piktogramme sind prima, weil sie jeder versteht.
So war selbst für den Fünfjährigen sofort klar, worum es bei diesem Verbot geht:
„Papierflieger bauen verboten“
Ich hab’s gefunden!
Hier ist es. 30 Meter rechts. Das Internet.
Und wo anders auf der Welt könnte es auch sein als in:
Tarifa.
Live aus Spaniens Internet-Café
Sagen wir es mal so:
Das Zusammenspiel von Tischlern und Elektrikern muss in einigen Teilen Andalusiens noch weiter entwickelt werden.
Nüsse
Leserinnen und Leser, die bisher kinderlos sind, können keinen Schimmer von den Kommunikationsproblemen haben, zu denen es zwischen erwachsenen und zweieinhalbjährigen Menschen kommen kann.
Wird die ohnehin etwas indifferenzierte Aussprache des Heranwachsenden zusätzlich noch durch die konstante Verstopfung seines Sprachorgans durch einen Schnuller verschlechtert, können aus nichtigen Miss-Verständnissen schnell Familiendramen werden.
„Will Nüsse.“
Zwei gut gelaunte und wunderschöne Kinderaugen sehen über einem orange-grünen Schnuller zu mir herauf. Klarer Fall. Der Jüngste hat den kleinen Hunger zwischendurch. Jetzt heißt es: Schnell handeln.
Ein Traum. In Spanien.
Ich bin mit der ganzen Familie in London. Auf einem netten Straßenfest spielt vor etwa 400 Leuten Joe Strummer, keine Ahnung, ob es die Mescaleros sind, die ihn begleiten. Stimmung und Konzert sind grandios.
Nach drei oder vier Stücken hört man Alarmsirenen und Strummer ruft: „It’s John Lee Hooker!“
Eine Limousine erscheint und man glaubt, Zeuge eines ungewöhnlichen Gastauftritts zu werden. Tatsächlich steigen aus der Limousine auch diverse Musiker aus, allesamt etwa zwei Meter groß. Keine Spur von John Lee Hooker, und auch Strummer ist verschwunden.
Das Ganze zieht sich etwas in die Länge, da die Musiker zunächst zum Buffet wandern, statt auf die Bühne. Diese müsse zunächst umgebaut werden, erfährt das leicht verwirrte Publikum. Zwei Stunden vergehen. Meine Frau ist plötzlich ganz begeistert, da sie einige Mitlieder der Licht-Crew von einem früheren Job kennt, ich frage mich, wann Strummer endlich weiter spielt und die Jungs finden alles aufregend.
Die Bühne steht inzwischen völlig woanders, wurde komplett umgebaut und ist von einem Vorhang verhüllt, doch es soll tatsächlich weiter gehen.
John Lee Hooker entpuppt sich als Doppelgänger von Screaming Jay Hawkins, komplett in einem eher lächerlichen Skelett-Kostüm, welches die Kinder glücklicher Weise lustig finden. Der Vorhang öffnet sich, die Show beginnt mit einem Disko-Playback. Die zwölfköpfige Band sieht aus wie Karusselbremser aus Las Vegas. John Lee Hooker ist plötzlich wieder verschwunden und Joe Strummer ist weiterhin nirgends zu sehen.
Meine Frau ist mittlerweile besoffen, die Kinder sind müde und ich frage mich, wer sich solchen Quatsch ausdenkt.
Zwischenstand
Ich vermisse das Bloggen sehr, aber die Situation hier lässt Regelmäßigkeit nicht zu. Mehr dazu später.
Los Bloggos
Das mit dem mobilen Bloggen aus Spanien lässt etwas zu wünschen übrig und ich habe nicht vor, es mir mit der Familie zu verscherzen, weil ich die Mobilrechnungen in die Höhe treibe und den ganzen Tag am Handy sitze. Der gelegentliche Besuch im charmanten (wirklich!) Internet-Café des Dorfes muss und wird also reichen.
Man braucht ja immer einige Tage der Aklimatisierung, die Sonne macht mir ohnehin immer zu schaffen, doch obwohl ich überhaupt kein Strandmensch bin, habe ich mich auch schon in’s Mittelmeer gewagt, inklusive Geld und Feuerzeug. Hatte ich beides in der Tasche der Badehose und kann nun mit Sicherheit sagen, dass man Euroscheine gut trocknen kann und die Münzen nicht rosten.
Das übliche Touristenprogramm haben wir ebenfalls erfolgreich begonnen: Echte (kicher) D&G Sonnenbrille für 8 Euro am Strand gekauft und auch schon auf den DVD Händler reingefallen, der hübsche DIVX Versionen von neuesten Kinoknüllern für 7 Euro anbietet. Natürlich sind die Filme spanisch synchronisiert, ich Depp. Vielleicht lerne ich ja dann etwas mehr als Gracias und so weiter. „Internet sin cabla?“ kann ich schon fragen. Ist aber immer „con“.
Und die Nerdos und Geekos sehen hier auch anders aus:
Zypries rocks?
Noch kurz vor dem Abflug nach Spanien:
Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) möchte das gelegentliche Tauschen von Musikdateien zu privaten Zwecken im Internet künftig als Bagatelle einstufen. Und dies vor allem gesetzlich verankern.
Das klingt nach Vernunft und Realismus und ist somit sehr erfeulich. Abzuwarten bleibt, wo im Einzelfall die Grenzen gesetzt werden. Doch das Wichtigste ist, dass die Ministerin den Forderungen der Phonoindustrie nicht nachgegeben hat, die Erleichterungen bei der Stafverfolgung von Tauschbörsennutzern verlangte.
Zu repräsentativ
Gerade eben rief Emnid an, und da ich immer gerne dabei bin wenn es darum geht, Umfrageergebnisse zu verfälschen, stimmte ich der telefonischen Befragung zu den Themen „Politik, Sport und Gewinnspiele“ (also quasi zu allem, was Deutschland bewegt) zu.
„Vierzig“, antwortete ich wahrheitsgemäß auf die erste Frage nach meinem Alter.
Damit war dann auch das Gespräch beendet. Vierzigjährige habe man schon genug im Computer, sagte mir die nette Sächsin (ich glaube langsam, alle Call-Center der Welt beschäftigen nur noch Sachsen und Sächsinnen).
Ich bin jetzt offiziell Masse. Damn.
Spreeblick Version 2.0
I am proud to announce the complete rebirth of Spreeblick
It’s a technical move from MovableType to WordPress and it’s been done (after week-long thoughts and decision finding) within 2 hours, thanks to the simplicity of the WordPress install, the community’s fine directions to switching from MT to WP and Michael Heilemann’s beautiful and easy-to-install-and-tweak WP template.
Please update your bookmarks in case they’re not linking to spreeblick.de.
There will be more features and minor design changes while I am in spain. And blog entries as well, of course.
Ripmoral
Eine tolle Entscheidungshilfe für Musikfreunde mit schlechtem Gewissen.
Anmerkung: Vor Gericht wird man damit Probleme bekommen. :)
[via boingboing]
Hundekinder
Wenn man ein (lebendiges) Tier in einem Flugzeug mitnehmen will, muss man es in eine Transportbox packen.
Blöderweise will aber das (lebendige) Tier gar nicht in die Transportbox, dafür die Kinder um so lieber.
Man könnte demnach viel Geld sparen, wenn die Kinder in der Transportbox reisen und das Tier zu Hause bleibt.
Aber man will sich ja nicht mit Amnesty International anlegen.
Im Uhrzeigersinn
Guten Morgen!
Man muss es nicht alles unterschreiben, aber die Woche fängt doch gut an, wenn man bei etwa 90% von 119 Zeilen der „Gebrauchsanweisung für die Wirklichkeit“ zustimmend schmunzeln muss.
Der Leser hat sich gemeldet!
Kurz war ich versucht, im Titel „gemaildet“ zu schreiben, konnte mich dann aber noch beherrschen. Da habt Ihr nochmal Glück gehabt.
Der Einsendeschluss wurde maßlos überzogen, aber das ist ja das Schöne hier: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, ich bin hier der König.
Deshalb bekommt David einen Gmail Account.
Der Hase bekommt keinen, weil er immer nur chatten will und Spam verschickt (“Hallo Du, ich bin Dein kleines Hässchen, ruf ‘ mich doch mal an…“). Aber wer ein Bild schickt, der bekommt auch seine 12 Sekunden Fame auf Spreeblick.
Wieso, weshalb, warum
Wieso bekomme ich das jetzt erst mit? Ganz gut und vor allem sehr klasse gestaltet und gecoded!
Und weshalb bin ich immer noch wach?
Und warum tippe ich, wenn ich schon immer noch wach bin, um diese Zeit noch in mein PowerBook?
Blumfeld sind dagegen
Schon okay, was Blumfeld da so von sich geben. Ich finde nämlich gerade diese neue Heppner Single auch zum Fürchten und mag es dagegen sehr, wenn Bands das Maul auf machen.
Ich halte es trotzdem für fragwürdig, aus der Abneigung gegen dieses verkrampfte und vor allem blöde „neue deutsche Selbstbewusstsein“ eine dogmatisch klingende Gegenkampagne zu machen.
Aber: Nationalismus ist und bleibt bescheuert, gestrig, überflüssig und auch gefährlich.
Ignorieren bitte. Und nicht mitmachen. Und schön weiter stolz, froh und glücklich auf und über alles Mögliche und Unmögliche sein, aber doch bitte nicht auf den Zufall des Geburtsortes, der dann auch noch in einem Land liegt, in dem unsere Großväter und deren Väter versucht haben, ganze Völker zu vernichten und damit leider viel, viel zu weit gekommen sind.
Viel tiefer gehende Worte dazu auf freakshow.
[Update: Zu der Diskussion auf freakshow muss ich in en nächsten Tagen noch meinen Senf dazu geben, wenn Ruhe und Zeit ist. Das Thema hat mich gestern noch lange wach gehalten.]
So geht Intraweb
Wenn man bei Gmail seinen Mülleimer geleert hat, erhält man folgenden Hinweis:
„No conversations in the trash. Who needs to delete when you have 1000 MB of storage?!“
Das klingt süß. Oder? Es geht aber natürlich nicht um Nettigkeiten, sondern darum, dass Google aus den Schlagworten der gelöschten Mails eben so viel Information ziehen möchte, wie aus den noch vorhandenen. Es ist ja nicht nur spannend zu wissen, was der Nutzer man, sondern auch, was er gerade nicht mag.
Man muss das nicht gut finden, im Gegenteil. Aber mich fasziniert der clevere Umgang mit dem Medium, wirklich herausragend. Und schließlich ist mir der offensive Umgang mit der Firmenstrategie lieber als der schlecht maskierte.
Sex Pistols sind Spießer
Auf der Website zum upcoming Film über die Ramones, „End Of The Century„, berichten die Autoren darüber, dass sie leider keine Genehmigung bekommen hätten, „Anarchy in the UK“ von den Sex Pistols (ich muss das Wort Sex dauernd hier unterbringen, erhöht die Zugriffe!) im Film zu verwenden, da dieser (zu Recht) behauptet, die Sex (!) Pistols hätten Punk *nicht* gestartet.





