Mir fiel bis vor einem halben Jahr nichts ein, was mich an ostdeutscher Kultur hätte begeistern können. Das ist keine Wertung, sondern die simple, subjektive Feststellung eines Westberliners. Ich hasse ostdeutsche Rockmusik (Rammstein natürlich eingeschlossen) und ihre Lyrik noch viel mehr, ich finde nicht einmal das Design der alten ostdeutschen Produkte cool und ich kann auch nicht über Worte wie „Broiler“ lachen. Having said that finde ich es dennoch sehr verständlich, wenn Menschen versuchen, diese ihre Kultur zu verteidigen, zu retten oder wenigstens zu konservieren, denn nichts ist ekliger, als das absichtliche Verdrängen einer Kultur durch z.B. profane Umbenennungen. Karl May statt Karl Marx: Fies. Ich muss ostdeutsche Kultur nicht verstehen oder mögen und ich tue es auch nicht. Und nun verneige ich mich vor Gerhard Schöne.
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Schön, schöner, Schöne
Ze Fjuhtscha
Als Geschäftsführer einer Firma hat man viel zu lachen. Zum Beispiel bei den gerade in „diesen Zeiten“ vermehrt auftretenden Versuchen anderer Firmen, per Telefonmarketing etwas zu verkaufen. Software zum Beispiel. Im konkreten Fall „eine innovative, auf Microsoft .net basierende Businesssoftwarelösung, ich sage Ihnen nur Schlagworte wie CRM, B2B, VPN!“ (das und noch viel mehr Abkürzungen hat die wirklich so am Telefon gesagt!).
Ich sage sehr nett: „Vielen Dank, aber das ist für uns ganz uninteressant. Wir empfehlen unseren Kunden ausschließlich Open Source Lösungen.“ - „Aha! Warum denn?“ - „Das würde jetzt hier am Telefon sicher zu weit führen, aber vielen Dank noch einmal“ - „Naja gut, aber sagen wir mal, .net wird ja nun in den nächsten Jahren die Zukunft sein, nicht wahr?“. Das fand ich schön. Das da jemand weiß, was in den nächsten Jahren die Zukunft sein wird.
Man hat ja Zeit im Zug
Eine Bahnfahrt eignet sich auch prima für Marktforschung. Ich kann anhand empirischer Studien belegen, dass ein computerähnliches, transportables Gerät, dass zu einem vernünftigen Preis - sagen wir mal 200 Euro - die zwei Programme Excel und Solitär nutzbar macht, ein Verkaufsschlager werden wird. Denn 100% der bahnfahrenden Windows-User haben eines dieser beiden Programme auf ihren weitaus teureren Laptops auf dem Tisch vor ihnen laufen.
Fah’n, fah’n, fah’n…
Beim langen, einsamen Zugfahren gehen mir so einige Dinge durch den Kopf, die vermutlich nicht wirklich wichtig sind. Man hat ja nichts anderes zu tun, wenn das ausliegende Langweilerblatt „Mensch & Büro“ endlich ausgelesen ist, also nach etwa 10 Minuten.
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Nichtraucherbahnhof Köln
Der Bahnhofsdurchsagenbegrüßungssatz „Herzlich Willkommen auf dem Nichtraucherbahnhof Köln“ geht mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf. Das sagen die wirklich. Ganz laut über die Lautsprecher. Als Raucher fragt man sich, ob man überhaupt aussteigen darf, auf diesem Nichtraucherbahnhof. Und ob es demnächst „Wir begrüßen die zugestiegenen Gäste im Veganerzug nach München“ heißen wird. Möglich ist alles, das ist ja eines der großen gesellschaftlichen Probleme unseres Kulturkreises.